Paarpraxis Raum Hera



Einleitende Bemerkungen zu unserem Behandlungsansatz

Es ist uns ein zentrales Anliegen, dass das Angebot von Paarpraxis in der Einzelunterstützung und in der Unterstützung von Paaren dem aktuellsten Stand der Psychotherapieforschung entspricht. In der Psychotherapie gibt es eine Vielzahl von Therapieschulen, die zwar von ähnlichen Grundannahmen der menschlichen Psyche ausgehen (einfach gesagt von dem, was Psychologiestudenten an der Universität lernen), die sich jedoch in der Art und Weise, wie die Therapie und wie therapeutische Interventionen gestaltet werden (alles, was der Therapeut in der Therapie in Bezug auf die Beziehungsgestaltung und in Bezug auf die Bearbeitung von Inhalten gezielt tut oder gezielt nicht tut) teils extrem unterscheiden.

Im Paarsetting sind eine Vielzahl von Umständen zu beachten, die in aller Regel von den einzelnen Psychotherapieschulen in den Grundausbildungen der Einzeltherapie nicht oder nur sehr oberflächlich gelehrt werden. Es ist deshalb nach unserer Auffassung unerlässlich, dass Therapeuten, die mit Paaren arbeiten wollen, sich in Fortbildungen einlässlich mit dieser Thematik befassen und sich darin trainieren. Wir haben uns mit den Ansätzen verschiedener, renommierter Paartherapieschulen auseinandergesetzt, insbesondere mit den Ansätzen des Hans Jellouschek Institutes, des IGST von Prof. Ulrich Clement, der Universität Zürich von Prof. Bodenmann und natürlich dem Ansatz der klärungsorientierten Paartherapie.

Die klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist für uns sowohl im Einzel- wie auch im Paarsetting die Basis unserer therapeutischen Arbeit. KOP ist eine psychologisch sehr gut fundierte, empirisch hochgradig validierte Psychotherapieform, die unter anderem auch in der von der Universität Bern angebotenen Psychotherapieausbildung integriert wird. Sie ist weiter eine Konzeption, die gut in andere Therapieformen integriert werden kann und in welche bewährte Interventionen anderer Therapieschulen integriert werden können. KOP ist eine Weiterentwicklung der klassischen Gesprächstherapie sowie von wesentlichen Teilen der kognitiven Verhaltenstherapie, der Tiefenpsychologie und verschiedener Schematherapieformen.

Auf der Basis der KOP integriert Paarpraxis besonders hilfreiche und bewährte Elemente der nachfolgend kurz dargestellten Therapieschulen.

DIE WICHTIGSTEN BEHANDLUNGSANSÄTZE IN KÜRZE

  • Klärungsorientierte Paartherapie (IPP Bochum) Die durch die heutigen Erkenntnisse der Neurobiologie bestätigte Grundannahme, die lösungsorientierten Therapieansätzen entgegensteht, lautet: Ohne saubere Klärung der Probleme ist keine nachhaltige Lösung möglich! Konfliktinhalte müssen präzisiert und konkretisiert, relevante empfindliche Punkte geklärt und Konflikte klar herausgearbeitet werden (Literatur: Sachse, Breil, Fasbender 2013).
  • Bewältigungsorientierte Paartherapie (Verhaltenstherapie mit Paaren - ein bewältigungsorientierter Ansatz, Bodenmann, 2004, überarbeitete Auflage 2012) Grundlage der Paarlifekurse und der Ausbildung zum Paarlifetrainer. Paarpraxis integriert folgende, zentrale Interventionen dieser Schule: Die gemeinsame Stressbewältigung mit wirksamer Partner-Unterstützung (3-Phasen-Methode), Kommunikationstraining zur Verbesserung des Streitverhaltens, Problemlösetraining zum Finden von tragfähigen Kompromissen, gezielter Aufbau von Positivität am Anfang der Therapie (Reziprozitätstraining).
  • Systemische Sexualtherapie (Ulrich Clement: Systemische Sexualtherapie 2004 - IGST) Der Ansatz von Professor Clement setzt beim individuellen Begehren an und ermöglicht beiden Partnern, auf die Suche nach einer für sie stimmigen, zu ihnen als Person passenden Sexualität zu gehen. Dies ermöglicht insbesondere dem Partner mit dem geringeren Verlangen sich vom erlebten Druck zu lösen und die eigene Lust wieder zu finden.
  • Hilfe bei Untreue: Paare, die von Aussenbeziehungen betroffen sind, brauchen eine besondere Behandlung, da hier die Aufarbeitung der Verletzung, die Wiederherstellung des Vertrauens und der Versöhungsprozess von besonderer Bedeutung sind. Wir integrieren hier die Konzepte von verschiedenen Paartherapieaschulen, die sich explizit mit dieser therapeutischen Konstellation auseinandergesetzt haben, insbesondere das Hans Jellouschek Institut, das IGST von Ulrich Clement und die us-amerikanische Gruppe mit Gordeon, Snyder und Baucom. (Literatur: Helping couples get past the affair, Gordon, Snyder, Baucom, 2009)