Paarpraxis Raum Hera



Kurze Erklärung zum integrativen Behandlungsansatz von Paarpraxis

Es ist uns ein zentrales Anliegen, dass das Angebot von Paarpraxis in der Einzelunterstützung und in der Unterstützung von Paaren dem aktuellsten Stand der Psychotherapieforschung entspricht. Es gibt eine Vielzahl von Therapieschulen, die zwar von ähnlichen Grundannahmen der menschlichen Psyche ausgehen (einfach gesagt von dem, was Psychologiestudenten an der Universität lernen), die sich jedoch in der Art und Weise, wie die Therapie und wie therapeutische Interventionen gestaltet werden (alles, was der Therapeut in der Therapie in Bezug auf die Beziehungsgestaltung und in Bezug auf die Bearbeitung von Inhalten gezielt tut oder gezielt nicht tut) teils extrem unterscheiden.

Es gibt viele gute Paartherapiemethoden, deren Wirksamkeit durch Studien belegt ist. Dies gilt besonders für die klärungsorientierte, die bewältigungsorientierte und die emotionsfokussierte Paartherapie. Aber auch die etwas weniger durch Forschung untermauerte systemische Therapie hat wertvolle Interventionen und Sichtweisen für Paartherapie erarbeitet. Mit Ausnahme der systemischen Therapie, in der eher die Wechselwirkungen zwischen den im System beteiligten Personen und die Verstörung sowie Veränderung von Mustern im Fokus steht, geht es bei den erwähnten Ansätzen (auch) um das Verstehen der hinter den Konflikten liegenden Bedürfnissen und Empfindlichkeiten. Dabei sind Emotionen nicht nur in der das Wort in ihrem Namen tragenden emotionsfokussierten Paartherapie ein wichtiger Fokus, sondern sehr stark auch im bewältigungsorientierten und klärungsorientierten Ansatz.

Die klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist für uns sowohl im Einzel- wie auch im Paarsetting die Basis unserer therapeutischen Arbeit. Auf dieser Basis integriert Paarpraxis besonders hilfreiche und bewährte Elemente der nachfolgend kurz dargestellten Therapieschulen. In einer Untersuchung von Snyder et al. haben sich 39% aller Paare getrennt, die sich einer stark verhaltens- und lösungsorientierten Paartherapie unterzogen haben, wohingegen sich nur 3% aller Paare nach einer klärungsorientierten Paartherapie getrennt haben. Dabei zeigte sich immer wieder, dass das bei diesem Ansatz durch Biographiearbeit (wie auch beim Ansatz des Hans Jellouschek Institutes) geschaffene Verständnis des Partners aus seiner Lebensgeschichte und aus seiner Herkunftsfamilie heraus eine zentrale Wirkvariable ist.

Qualitätssicherung

Unsere Arbeit unterliegt durch Intervisionen und Supervisionen einer regelmässigen qualitativen Überprüfung, wie es in psychologischen Tätigkeiten üblich ist. Zu diesem Zweck zeichnen wir unsere Sitzungen, Ihr Einverständnis vorausgesetzt, auf Video auf. Jede Woche besprechen wir in einer Intervisionssitzung untereinander einzelne Videobänder, und mehrmals pro Jahr reisen wir nach Deutschland, um einzelne Bänder anonymisiert mit unseren Supervisoren aus der KOP-Ausbildung oder in Intervisionen im Hans Jellouschek Institut zu besprechen.


Die von uns integrierten Behandlungsansätze bei unserer Unterstützung von Einzelpersonen

Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist für uns sowohl im Einzel- wie auch im Paarsetting die Basis unserer Arbeit im Einzelsetting. KOP ist eine psychologisch sehr gut fundierte, empirisch hochgradig validierte Therapieform, die unter anderem auch in der von der Universität Bern angebotenen Psychotherapieausbildung integriert wird. Sie ist weiter eine Konzeption, die gut in andere Therapieformen integriert werden kann und in welche bewährte Interventionen anderer Therapieschulen integriert werden können. KOP ist eine (deutliche!) Weiterentwicklung der klassischen Gesprächstherapie sowie von wesentlichen Teilen der kognitiven Verhaltenstherapie, der Tiefenpsychologie und verschiedener Schematherapieformen.

Prozess- und Embodimentorientierte Therapie (PEP nach Dr. Michael Bohne) Wenn es um das Regulieren starker und störender Emotionen wie Angst, Wut oder Trauer geht, arbeiten wir mit dem körperorientierten Ansatz von PEP (Reden allein reicht oft nicht!). PEP ist weiter ein sehr gut und rasch wirksamer Ansatz, wenn es um die Bearbeitung von Selbstvorwürfen, Fremdvorwürfen, Erwartungshaltungen, oder um die Auflösung von durch Loyalitäten bedingten Verstrickungen geht.

Systemische Sexualtherapie (Ulrich Clement: Systemische Sexualtherapie 2004 - IGST) Der Ansatz von Professor Clement setzt beim individuellen Begehren an und ermöglicht beiden Partnern, auf die Suche nach einer für sie stimmigen, zu ihnen als Person passenden Sexualität zu gehen. Dies ermöglicht insbesondere dem Partner mit dem geringeren Verlangen sich vom erlebten Druck zu lösen und die eigene Lust wieder zu finden.


Die von uns integrierten Behandlungsansätze bei unserer Unterstützung von Paaren

Systemisch integrative Paartherapie (Lehrtätigkeit von Marco Ferrari in der Fortbildung FSP für Paartherapie am Hans Jellouschek Institut) Der Ansatz ist stark ausgerichtet auf die Ressourcen des Paares und hat den Fokus auf der nun anstehenden Entwicklung. Die Krise wird häufig durch etwas Drittes, mit dem das Paar konfrontiert wird, ausgelöst (Arbeitsstress, Kinder, Aussenbeziehung, etc.). Der Ansatz versteht die Krise als Entwicklungschance. Der Blick in die Beziehungsgeschichte des Paares und auf das, was jeder Partner aus seiner Herkunftsfamilie an Ungelöstem mitbringt, ermöglicht tieferes Verstehen des Partners und neue Lösungen.

Klärungsorientierte Paartherapie KOPT (IPP Bochum) Die durch die heutigen Erkenntnisse der Neurobiologie bestätigte Grundannahme, die lösungsorientierten Therapieansätzen entgegensteht, lautet: Ohne saubere Klärung der Probleme ist keine nachhaltige Lösung möglich! Auch rein verhaltenstherapeutische oder rein systemische Konzepte greifen oft zu kurz. In einer Untersuchung von Snyder et al. haben sich 39% aller Paare getrennt, die sich einer stark verhaltens- oder lösungsorientierten Paartherapie unterzogen haben, aber nur 3% der Paare nach einer klärungsorientierten Paartherapie! Der stärkste Wirkfaktor dürfte dabei das durch KOPT bewirkte tiefere Verstehen der Persönlichkeit der beiden Partner, insbesondere mit Blick auf ihre jeweiligen Herkunftsfamilien und Lebensgeschichten, sein.

Bewältigungsorientierte Paartherapie (Verhaltenstherapie mit Paaren - ein bewältigungsorientierter Ansatz, Bodenmann, 2004, überarbeitete Auflage 2012) Grundlage der Paarlifekurse und der Ausbildung zum Paarlifetrainer. Paarpraxis integriert folgende, zentrale Interventionen dieser Schule: Die gemeinsame Stressbewältigung mit wirksamer Partner-Unterstützung (3-Phasen-Methode), Kommunikationstraining zur Verbesserung des Streitverhaltens, Problemlösetraining zum Finden von tragfähigen Kompromissen, gezielter Aufbau von Positivität am Anfang der Therapie (Reziprozitätstraining).

Systemische Sexualtherapie (Ulrich Clement: Systemische Sexualtherapie 2004 - IGST) Der Ansatz von Professor Clement setzt beim individuellen Begehren an und ermöglicht beiden Partnern, auf die Suche nach einer für sie stimmigen, zu ihnen als Person passenden Sexualität zu gehen. Dies ermöglicht insbesondere dem Partner mit dem geringeren Verlangen sich vom erlebten Druck zu lösen und die eigene Lust wieder zu finden.

Hilfe bei Untreue: Paare, die von Aussenbeziehungen betroffen sind, brauchen eine besondere Behandlung, da hier die Aufarbeitung der Verletzung, die Wiederherstellung des Vertrauens und der Versöhungsprozess von besonderer Bedeutung sind. Wir integrieren hier die Konzepte von verschiedenen Paartherapieaschulen, die sich explizit mit dieser therapeutischen Konstellation auseinandergesetzt haben, insbesondere das Hans Jellouschek Institut, das IGST von Ulrich Clement und die us-amerikanische Gruppe mit Gordeon, Snyder und Baucom. (Literatur: Helping couples get past the affair, Gordon, Snyder, Baucom, 2009)