Paarpraxis Raum Hera


Die Grundlage unserer Arbeit mit Einzelnen ist die Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP). Dieser Ansatz wird nachfolgend detailliert und in den Originalworten von Professor Rainer Sachse erklärt. Dazu arbeiten wir, wenn es um die Handhabung stark störender Emotionen (wie Angst, Schuld- und Schamgefühle, Wut, lange anhaltenderTrauer) und um die Selbstwertstärkung geht, im Sinne eines integralen Bestandteils (Reden allein reicht nicht!) mit dem körperorientierten Ansatz der Prozess- und Embodimentorientierten Therapie nach Dr. Michael Bohne (PEP). Ebenfalls wichtig sind uns die Grundsätze und Interventionen des hypno-systemischen Ansatzes nach Dr. Gunther Schmidt, die in unseren Einzelsitzungen (und auch Paarsitzungen) ebenfalls immer wieder präsent sind.

Downloads zur KOP mit weiteren ausführlichen Schriften finden Sie unter dem Begriff KOP auf folgendem Link:
Institut Psychologische Psychotherapie Sachse

Was ist Klärungsorientierte Psychotherapie?

Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist eine psychologisch sehr gut fundierte, empirisch hochgradig validierte Psychotherapieform mit breiten Anwendungsmöglichkeiten. Sie ist eine Konzeption, die aus Gesprächspsychotherapie, Kognitiver Therapie und Verhaltenstherapie entwickelt wurde und gut in andere Therapieformen integriert werden kann.

KOP als Therapieansatz

  • ist stark personenzentriert, indem das Verstehen der Person im Vordergrund steht und bei allen Analysen von Schemata etc. es zentral darum geht, die Lebensqualität der Person zu verbessern;
  • ist damit auch nicht defizitorientiert, sondern ebenso problem- wie ressourcenorientiert; es geht darum, Probleme von Klienten zu verstehen und auf Grundlage des Verstandenen zu lösen und dabei die Ressourcen der Person so stark wie möglich einzubeziehen;
  • geht von einem Menschenbild aus, in dem ein Mensch als selbstbestimmt und selbstorganisiert gesehen wird; es geht in der Therapie in hohem Maße darum, diese Selbstorganisation wieder zu ermöglichen; daher geht es nur sekundär um „Symptom- Reduktion“, sondern um eine Erhöhung der Lebensqualität. Vgl. dazu unten letzter Abschnitt.

Das Menschenbild und daraus abgeleitete Ziele der Klärungsorientierten Psychotherapie

Das Menschenbild der KOP geht davon aus, dass Menschen selbstorganisierende, autonome Personen sind, die Entscheidungen treffen und treffen können sollten, die auf ihren Motiven basieren und die in der Lage sein sollten, ihre Ziele anzustreben, ohne dabei wesentlich von kostenintensiven, dysfunktionalen Schemata gestört zu werden. Werden sie durch dysfunktionale Schemata beeinträchtigt oder haben sie keinen Zugang zu ihren Motiven, dann ist ihre Selbstregulation entscheidend gestört. Ziel der KOP ist es damit, die Selbstregulation der Personen wiederherzustellen und damit Kosten zu reduzieren und „Symptome“ abzubauen.

Das Ziel der Therapie ist damit sekundär schon, Symptome zum Verschwinden zu bringen, primär ist es jedoch, die Selbstregulation zu stärken, Klienten damit zu emanzipieren, sie aber auch in die Lage zu versetzen, sich anzupassen, soweit sie dies wollen und es ihren Zielen dient, ihnen also die Möglichkeit zu geben, die Balance zwischen „sozial sein“ und „autonom sein“ zu finden. Die KOP resultiert sicher in einer deutlichen Reduktion von „Symptomen“ aber das ist die Folge, nicht das Ziel des Vorgehens. Wir möchten, ausser unter kassenrechtlicher Perspektive, psychische Probleme auch nicht als „Krankheiten“ bezeichnen: Denn es sind keine „Krankheiten“, denen ein „Patient“ passiv ausgeliefert ist, sondern es sind psychische Probleme, die psychologisch funktionieren und die „Klienten“ mit Hilfe von Psychotherapie aktiv angehen können.

Da in der KOP psychische Störungen nicht als „Krankheiten“ aufgefasst werden, werden die Ratsuchenden auch als „Klienten“ und nicht als „Patienten“ bezeichnet; sie werden auch nicht als „pathologisch“, „krank“ betrachtet oder als Personen, die man abwerten, bevormunden, „be-handeln“ muss, sondern als Klienten, die einen Experten aufsuchen, der die Klienten respektvoll behandelt, aber der auch gezielt seine Expertise zur Verfügung stellt, um den Klienten bei der Lösung von Problemen zu helfen. Der Therapeut hat damit die Funktion und die Rolle eines Experten, der, gemeinsam mit dem Klienten, an der Analyse und Lösung von Problemen arbeitet. Er ist weder „Bevormunder“, „Be-werter“, noch ist er „Retter“, „Erlöser“ oder „Heiler“; er ist aber auch nicht bloß ein „guter Mensch“ oder eine „Person im Kontakt mit einer anderen Person“.

Therapeut und Klient bilden ein Team, ein Team, das eng zusammenarbeitet und in dem jeder der Beteiligten eine spezifische Expertise einbringt. Der Therapeut ist Experte für den Prozess, dafür, wie man Probleme analysiert und wie man sie angehen kann, dafür, wie man konstruktive Prozesse beim Klienten anregt und steuert. Der Klient ist Experte für seine Inhalte, dafür, diese Inhalte mit Hilfe des Therapeuten zu klären, Entscheidungen zu treffen und Veränderungen in seinem Leben zu initiieren. Diese beiden Experten stehen in einem kontinuierlichen Austausch-Prozess und müssen Konsens darüber finden, was man bearbeiten will, welche Ziele man verfolgen will und mit welchen Mitteln man sie verfolgen will. Dabei „berät“ der Therapeut den Klienten darüber, durch welche psychologischen Maßnahmen man welche Probleme lösen und welche Ziele erreichen kann (und welche nicht); der Klient aber entscheidet, ob er den Angeboten des Therapeuten folgen will, ob er sich auf Prozesse einlassen will oder nicht. Der Therapeut „beeinflusst“ also immer offen und transparent und er kann immer nur dann beeinflussen, wenn der Klient das zulässt.

Was bietet Klärungsorientierte Psychotherapie den Klienten?

KOP bietet als Therapieform den Klienten sehr viel: 

  • KOP holt die Klienten dort ab, wo sie sind: Die KOP-Therapeuten analysieren die individuellen Klienten-Probleme und erarbeiten, welche Probleme relevant sind und an welchen Problemen Klienten wirklich arbeiten wollen; daher erhalten Klienten auch wirklich die Therapie, die sie tatsächlich brauchen und wollen. 

  • Die KOP-Therapeuten bieten den Klienten eine gute Beziehungsgestaltung: Auf diese Weise können Klienten eine vertrauensvolle Beziehung zu Therapeuten entwickeln, sie können sich öffnen und auf diese Weise auch belastende und unangenehme Probleme bearbeiten.

  • Klienten können in der KOP auch schwerwiegende, persönlich-existentielle Probleme bearbeiten und alles zur Sprache bringen, was sie belastet; sie werden dabei nicht „in Schubladen“ gesteckt und es werden ihnen auch keine therapeutischen Maßnahmen nahegelegt, die sie nicht wollen.

  • Klienten erhalten durch die KOP effektive therapeutische Hilfe; KOP ist auch bei komplexen Problemen sehr effektiv und hilft auch nicht nur bei akuten Problemen, sondern vermittelt den Klienten auch Kompetenzen, Probleme in Zukunft effektiv zu lösen.

  • KOP erzeugt bei Klienten eine hohe Zufriedenheit: Die Klienten fühlen sich von Therapeuten sehr gut behandelt, sehr gut „abgeholt“, sehr gut im Prozess gesteuert und begleitet, aber auch gut konfrontiert, gefordert, motiviert; sie haben den Eindruck, sehr gut von KOP zu profitieren, sie fühlen sich weder „gegängelt“, noch „bevormundet“ und haben auch nicht den Eindruck, ihre Probleme würden „reduziert“ oder ignoriert.