Praxis kleiner Raum

Das Problem des einen ist immer auch das Problem des anderen!

Systemisch bedeutet, den Menschen in seiner individuellen Situation und in seiner Verflechtung mit dem Partner/der Partnerin, Familienmitgliedern, FreundInnen oder KollegInnen sowie den gesellschaftlichen Bedingungen zu sehen. Aus systemischer Sicht stellt das Problem bereits einen Lösungsversuch dar. Es wird von beiden kreiert, indem das problematische Verhalten des einen das problematische Verhalten des andern verursacht. Das Alte geht nicht mehr, das Neue ist noch nicht vorhanden.

Ressourcenorientierter Ansatz:
Die Aufgabe der Paartherapie besteht darin, den Paaren zu helfen Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Der Fokus geht damit nicht nur auf die Probleme, sondern auch auf die Potenziale der Paare.

Die Krise wird häufig durch etwas Drittes, mit dem das Paar konfrontiert wird, ausgelöst (Arbeitsstress, Kinder, Aussenbeziehung, etc.). Alle Krisen haben Entwicklungspotential, das es zu entdecken gilt. Partnerschaften sind deshalb Maschinen für persönliches Wachstum! Es geht darum, dass jeder seine Anteile am Problem erkennt und seine persönlichen Entwicklungsschritte macht.


Die systemisch integrative Therapie untersucht die Ursachen von Paarkonflikten mit Blick auf:

  • die aktuelle Lebensorganisation des Paares, die zum Konflikt geführt hat.
  • die Beziehungsgeschichte des Paares und die Art, wie sich ihre Rollen und Positionen in der Beziehung ergeben haben.
  • die frühen Rollenerfahrungen der Partner in deren Herkunftsfamilien mit dem Ziel, Verständnis für die Persönlichkeit des Partners zu entwickeln und sich von ungünstigen Mustern zu lösen.
Dabei geht es auch darum zu klären, ob die Krise Ausdruck eines vom einen Partner nicht mehr akzeptierten Ungleichgewichts ist, etwa in folgenden zentralen Polaritäten:
  • Autonomie und Bindung -> Distanz und Nähe
  • Bestimmen und sich anschliessen -> Macht
  • Geben und Nehmen -> Fairness