Paarpraxis Raum Hera


ANTWORTEN AUF HÄUFIGE FRAGEN


Was bringt uns eine Paartherapie?

Wenn beide Partner noch Hoffnung in die Beziehung setzen und beide bereit sind, sich mit sich selbst, dem Partner und der Beziehung ernsthaft auseinanderzusetzen, dann führt die Paartherapie praktisch immer zu einer deutlichen Verbesserung der Beziehungszufriedenheit. Die Partner verstehen sich selbst und den anderen besser. Dieses erhöhte Verstehen und Verständnis führt zu mehr Milde im Blick auf sich selbst und den Partner. Durch die Klärung entschärfen sich viele Konflikte und es wird möglich, Lösungen zu finden, die für beide stimmen. Es kommt zum Erlernen neuer Kompetenzen, durch die das Paar künftige Konflikte selber bewältigen kann. Das Paar macht ausserdem die Erfahrung, dass die Konflikte durch die Unterstützung eines Experten lösbar werden, so dass es auf diese Ressource auch künftig wieder zurückgreifen kann, wenn es nach Abschluss der Sitzungen doch wieder zu scheinbar unlösbaren Konflikten kommen sollte.

Wie hoch sind unsere Erfolgschancen oder wie oft mündet die Paartherapie in einer Trennung?

In Forschung und Literatur wird von einer Erfolgsquote (das Paar überwindet die Krise und bleibt zusammen) bei Paartherapie von circa 50% gesprochen. Unsere Statistik zeigt ein deutlich besseres Bild: Zwischen 80 bis 90% der Paare bleiben zusammen. Falls es zur Trennung kommt, zeigt sich dies nach unserer Erfahrung meist relativ früh, nach wenigen Sitzungen. Eine etwas höhere Trennungsquote von circa 50% zeigt sich bei uns nur in jenen Fällen, in denen das Paar mit einer Aussenbeziehung des einen Partners konfrontiert ist und dieser nicht bereit ist, die Aussenbeziehung aufzugeben.

Zu dieser Frage scheint uns auch wichtig zu betonen, dass in gewissen Fällen die Trennung auch eine gute Lösung ist. Viele Partner sind am Anfang der Therapie in einem Entscheidkonflikt zwischen Gehen und Bleiben. Wenn durch die Therapie deutlich wird, dass es für einen Partner keine Zukunft in der Beziehung mehr gibt, dann ist auch dieses Resultat positiv zu werten.


Wie lange dauert eine Paartherapie?

Einige Paare erleben bereits nach der ersten Sitzung eine spontane Verbesserung der Situation und verabschieden sich bereits nach drei bis fünf Sitzungen mit neuem Elan in der Beziehung. Sollte die Grundlage für die Beziehung nicht mehr vorhanden sein, so zeigt sich dies nach der Erfahrung von Paarpraxis ebenfalls meist bereits früh, nach einer bis drei Sitzungen.

Weshalb braucht es manchmal eine längere Begleitung im Umfang von etwa 20 Sitzungen?
Vor allem bei langjährigen Beziehungen haben sich über die Jahre Muster und Annahmen über den Partner oder die Partnerschaft eingeschliffen, die sich nicht von heute auf morgen ändern lassen. Eine nachhaltige Verbesserung der Situation setzt persönliche Entwicklung voraus und die Erfahrung, dass sich die Dinge über längere Zeit ändern und verbessern. Eine solche Entwicklung geschieht nicht von heute auf morgen, sie braucht Zeit. Probleme, die komplex sind, können mit ganz vielen Dingen zusammenhängen und es lohnt sich, diese sehr gründlich zu klären und zu verstehen, bevor nach passenden Lösungen gesucht wird. Weil die hinter dem Konflikt liegenden Probleme dem Paar in der Regel nur im Ansatz bewusst sind, braucht es meist einen länger dauernden Therapieprozess.

Eine Paartherapie dauert deshalb meist zwischen 5 bis 20 Sitzungen. Die Sitzungen dauern am Anfang 90 Minuten. Nach einiger Zeit reicht oft eine Sitzungsdauer von 60 Minuten. Die Abstände zwischen den Sitzungen sind zu Beginn kürzer (circa 2 Wochen) und weiten sich dann bis zu circa fünf Wochen aus.

Was können Sie erwarten?

  • Eine erste vorläufige Problemanalyse und Zielvereinbarung bereits im Erstgespräch.
  • Besseres Verständnis von sich, Ihrem Partner und Ihrer Beziehung: Die sichere Ruhe in den Sitzungen und angeleitete Paargespräche können dazu führen, dass Sie einander wieder besser verstehen und sich wieder näher kommen.
  • Teufelskreise erkennen und durchbrechen durch systematische Problemlösung und Kompromisse.
  • Falls Muster aus Ihrer Herkunftsfamilie oder frühere Verletzungen (etwa ein Seitensprung vor fünf Jahren) in Ihre aktuelle Beziehung hineinspielen, was zuweilen unbewusst der Fall ist, bietet die Paartherapie den Raum, Unerledigtes zu erkennen und soweit als möglich zu bereinigen.
  • Akzeptanz- und neuer Wille, die Beziehung verbindlich fortzuführen: Meist zeigt sich erst im Laufe der Beratung, inwieweit Ihre Beziehung veränderbar ist. Nicht Veränderbares zu akzeptieren und neue Vereinbarungen auf verschiedenen Ebenen auszuhandeln kann jahrelange Streitigkeiten beenden.

Was liegt nicht drin?
  • Der Therapeut löst Ihr Problem nicht. Sondern hilft Ihnen dabei Strategien zu finden, wie Sie sie Ihre Probleme selber lösen können.
  • In der Paartherapie sind Sie nicht vor Gericht: Es wird also nicht darüber geurteilt werden, wer von Ihnen "recht" hat und wer nicht. Auch nicht darüber, was "normal" ist und was nicht. Einzig bei klaren Grenzüberschreitungen wie Gewalt oder Drohungen wird deutlich Stellung bezogen, um sofort stichhaltige Vereinbarungen auszuhandeln.
  • Der Therapeut kann Ihren Partner/Ihre Partnerin genau so wenig ändern wie Sie selbst. Jeder kann nur sich selbst verändern. Es lohnt sich herauszufinden, wer zu welchem Schritt bereit ist.


Schweigepflicht
Sämtliche Informationen aus den Sitzungen, Videoaufzeichnungen, Dokumentationen und Unterlagen unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht.